Ausstellung: Radikale Hoffnung. Kunst und Arbeitskampf

Radikale Hoffnung. Kunst und Arbeitskampf“ (Ausstellung vom 13. Juni bis zum 4. Oktober 2026 im Kunstmuseum Gelsenkirchen)

„Die internationale Gruppenausstellung Radikale Hoffnung zeichnet nach, wie Künstler*innen von der Moderne bis in die Gegenwart Arbeitskämpfe thematisieren – dokumentarisch, poetisch, kritisch, radikal, solidarisch und aus eigener Betroffenheit.

Anfang des 20. Jahrhunderts rückt die Kunst den Kampf der arbeitenden Klasse gegen soziale Missstände in den Fokus. Ab den 1960er Jahren wirken sich die Arbeitskämpfe auf die eigene künstlerische Praxis aus, wenn Künstler*innen selbst in den Streik treten. Auch über die Kunst hinaus erzeugen Widerstände gegen Arbeit bis heute eindrucksvolle Bilder und Praktiken, die sich fortlaufend den globalen Entwicklungen anpassen. In Gelsenkirchen gehört dazu auch ein feministisches Kapitel des Arbeitskampfes: Arbeiterinnen erstritten hier Anfang der 1980er Jahre Lohngleichheit und wurden damit Teil einer europaweiten Bewegung, zu der auch die von Künstlerinnen initiierte Kampagne „Lohn für Hausarbeit“ in Italien zählt. Beide Positionen sind Bestandteil der Ausstellung, die unterschiedliche künstlerische Perspektiven und Praktiken des Arbeitskampfs zeigt und zugleich die vielfältigen Überschneidungen zwischen Protestästhetiken in Kunst und Alltag in den Blick nimmt. …

Begleitprogramm

  • Spuren der Arbeiter*innenkämpfe in der mehrsprachigen Literatur des Ruhrgebiets
    23. September 2026, 18 Uhr
    Das Ruhrgebiet ist historisch gekennzeichnet von Arbeitsmigration, wobei die literarischen Zeugnisse dieser Migrationsgeschichten oft unbeachtet bleiben. Nesrin Tançs Vortrag (RUB, College UA Ruhr) widmet sich den Spuren von Arbeiter*innenkämpfen in der mehrsprachigen Literatur des Ruhrgebiets und lädt dazu ein, diese als Teil einer vielfältigen regionalen Erinnerungskultur zu entdecken.
  • Kino-Matinee in Kooperation mit Schauburg Filmpalast
    4. Oktober 2026, 11 Uhr
    Schauburg Filmpalast, Horster Straße 6, 45897 Gelsenkirchen
    Der Film We Want Sex (Regie: Nigel Cole, 2010, 108 Min.) erzählt mit britischem Humor vom Streik der Näherinnen im Ford-Werk Dagenham, die unter Führung von Rita bessere Arbeitsbedingungen und gleichen Lohn fordern. Trotz des Widerstands von Vorgesetzten und ihren eigenen Familien entwickeln die Frauen einen mutigen Arbeitskampf, der schließlich historische Bedeutung für die Gleichstellung erlangt.
    13:15 Uhr: Umtrunk im Foyer des Kunstmuseum Gelsenkirchen
    14 Uhr: Dialogischer Ausstellungsrundgang mit Julia Höner & Friederike Sigler“

Mehr Informationen

Kunstmuseum Gelsenkirchen, Horster Str. 5-7, 45897 Gelsenkirchen