Call for Papers: Jahrbuch Ökonomie und Gesellschaft 2027: Zur politischen Ökonomie der „Zeitenwende“

Der Begriff der „Zeitenwende“, den Olaf Scholz in seiner Regierungserklärung vom 27. Februar 2022 in den politischen Diskurs eingeführt hat, markiert den Beginn politischer Umbrüche, die sich nach der russischen Invasion in der Ukraine mit der autoritären Wendung der USA unter der zweiten Präsidentschaft Donald Trumps fortsetzen: der US-Anspruch auf Grönland, die Intervention in Venezuela und der „war of choice“ der USA und Israels gegen den Iran sind weitere disruptive Ereignisse. Wie vor 35 Jahren, als sich die
Sowjetunion auflöste, handelt es sich zugleich um einen politischen, ökonomischen und gesellschaftlichen Einschnitt.
Das Jahrbuch 2027 soll über die tagespolitische Krisenwahrnehmung hinaus zum Verständnis der „Zeitenwende“ als ein Umbruch in der politischen Ökonomie Deutschlands und Europas beitragen.
Allerdings lassen sich auch bei einer solchen analytischen Perspektive die unvermeidbaren Kontroversen über geopolitische Risiken und europapolitische Perspektiven nicht ausblenden. Einige Stichworte charakterisieren Themen des Bandes.

Neue internationale Ordnung
Geoökonomie
Militärkeynesianismus
Klimapolitischer Stillstand
Re-Konversion
Kompetitiver … Mehr lesen...

„Der Wunsch von Vollzeitbeschäftigten nach „Lifestyle-Teilzeit“ ist ein Randphänomen“

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Faktencheck: Insolvenzen

Insolvenzen

Behauptung: Insolvenzen nehmen zu.

„IWH-Insolvenztrend: Firmenpleiten 2025 auf höchstem Stand seit zwei Jahrzehnten
Wie das Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) in einer heute veröffentlichten Analyse feststellt, stieg die Zahl der Insolvenzen von Personen- und Kapitalgesellschaften in Deutschland im Dezember wieder deutlich an. Im Gesamtjahr 2025 gab es so viele Firmenpleiten wie seit 20 Jahren nicht mehr.“ (https://www.iwh-halle.de/presse/pressemitteilungen/detail/iwh-insolvenztrend-firmenpleiten-2025-auf-hoechstem-stand-seit-zwei-jahrzehnten)

Die Abbildung zeigt einen Anstieg der Insolvenzen. Die Anzahl der Insolvenzen kann man m.E. zu Recht als einen Indikator für die gegenwärtige wirtschaftliche Situation sehen. Und eine Analyse der Veränderungen über die Zeit stellen eine sinnvolle Beschreibung von Entwicklung der Vergangeheit dar. (Auf Probleme, die bei aufträten, wollte man mit solchen Beschreibungen vergangener Entwicklungen zukünftige Entwicklungen prognostizieren, will ich hier nicht eingehen.)

Kann man nun bezogen auf die Vergangenheit einen längerfristigen Trend zu mehr Firmenpleiten, einen „Insolvenztrend“ eben, erkennen? Bei einer solchen Interpretation kommt es auf den Vergleichszeitraum an. Das … Mehr lesen...