Faktencheck: Insolvenzen

Insolvenzen

Behauptung: Insolvenzen nehmen zu.

„IWH-Insolvenztrend: Firmenpleiten 2025 auf höchstem Stand seit zwei Jahrzehnten
Wie das Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) in einer heute veröffentlichten Analyse feststellt, stieg die Zahl der Insolvenzen von Personen- und Kapitalgesellschaften in Deutschland im Dezember wieder deutlich an. Im Gesamtjahr 2025 gab es so viele Firmenpleiten wie seit 20 Jahren nicht mehr.“ (https://www.iwh-halle.de/presse/pressemitteilungen/detail/iwh-insolvenztrend-firmenpleiten-2025-auf-hoechstem-stand-seit-zwei-jahrzehnten)

Die Abbildung zeigt einen Anstieg der Insolvenzen. Die Anzahl der Insolvenzen kann man m.E. zu Recht als einen Indikator für die gegenwärtige wirtschaftliche Situation sehen. Und eine Analyse der Veränderungen über die Zeit stellen eine sinnvolle Beschreibung von Entwicklung der Vergangeheit dar. (Auf Probleme, die bei aufträten, wollte man mit solchen Beschreibungen vergangener Entwicklungen zukünftige Entwicklungen prognostizieren, will ich hier nicht eingehen.)

Kann man nun bezogen auf die Vergangenheit einen längerfristigen Trend zu mehr Firmenpleiten, einen „Insolvenztrend“ eben, erkennen? Bei einer solchen Interpretation kommt es auf den Vergleichszeitraum an. Das … Mehr lesen...

Datensätze im Feld Employment Relations

Im Sommersemester 2024 führen Andreas Behr und ich ein Seminar durch zum Buch

Kenworthy, L. (2022). Would Democratic Socialism be Better? Oxford University Press.

Lane Kenworthy vergleicht in seinem Buch die Performanz von zwei Varianten kapitalistischer Wirtschaftssysteme hinsichtlich verschiedener gesellschaftlicher Aspekte. Gegenübergestellt werden liberale kapitalistische Volkswirtschaften angelsächsischer Prägung mit den typischen Vertretern USA und England einerseits, und sozialdemokratische kapitalistische Volkswirtschaften, insbesondere skandinavischer Prägung andererseits. Bezogen auf Ungleichheit oder Qualität der Arbeit analysiert Kenworthy zunächst, ob der „socialdemocratic capitalism“ dem „liberal capitalism“ überlegen ist. Durchgängig kommt Kenworthy zu dem Befund, dass dies der Fall ist. Er stellt dann die Frage, ob der „demokratische Sozialismus“ zu weiteren Verbesserungen  führen kann. Seine Antwort ist bei nahezu allen Fragen: Nein, der demokratische Sozialismus würde keine Verbesserungen bringen, auch seien  die Nebenwirkungen häufig negativ (z.B. geringere Innovationsfähigkeit).

Im Rahmen der Veranstaltung lesen wir gemeinsam das Buch, arbeiten Kenworthys Kernargumente heraus und diskutieren diese kritisch vor … Mehr lesen...

German Labour History

Die 2017 gegründete Vereinigung über die Geschichte der Arbeit und Arbeiterbewegung in Deutschland („German Labour History Association“, GLHA) veranstaltet u.a. interessante Tagungen. Die Tagung 2024 behandelt „Drecksarbeit“ (13.-15.11.2024). Auch die Dokumentationen der vorherigen Tagungen sind lesens- und sehenswert, etwa zur Tagung „Gelingende und misslingende Solidarisierungen – 50 Jahre spontane Streiks“.

„WAS IST DIE GLHA? Die German Labour History Association fördert Forschung, Präsentation, Dokumentation und Bildungsarbeit zur Geschichte der Arbeit und der Arbeiterbewegung sowie aller sozialer Bewegungen.“ (Quelle und mehr Informationen: https://www.germanlabourhistory.de).
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