Was Topmanager über einen Ausstieg aus der kapitalistischen Wachstumswirtschaft denken: Journalistisch-künstlerisches Projekt des Peng! Kollektivs

Das Peng! Kollektiv hat mit Topmanagern großer Unternehmen über die Notwendigkeit eines Ausstiegs aus der kapitalistischen Wirtschaft und eine Abkehr von Wachstumsmodell gesprochen (https://pen.gg/de/campaign/klingelstreich).

„Die Klimakatastrophe ist in vollem Gange, eine globale Rezession rast auf uns zu. Wenn wir nicht bald einen radikalen ökonomischen Plan entwickeln, der sozial und ökologisch gerecht ist, können wir damit rechnen, dass unsere Gesellschaften auseinanderreißen. Dass rechtsradikale Kräfte im Meer der Frustration leichte Beute haben.
Doch die Politik traut sich nicht, die Ökonom*innen sind darauf offenbar nicht vorbereitet. Worte wie Suffizienzwirtschaft, solidarische Ökonomie und Postwachstumsökonomie sind noch immer Fremdworte aus dem Katalog der Utopien. Und wenn die Politik die größten Herausforderungen nicht ernsthaft angehen, wenn weiterhin dem Mythos des ewigen Wachstums auf uns eingedroschen wird, müssen wir den Hörer des Wirtschaftsministeriums eben selbst in die Hand nehmen.
Als fingiertes Bundesamt für Krisenschutz und Wirtschaftshilfe haben wir Gespräche mit CEOs und führenden Positionen 10 deutscher Unternehmen, darunter 4 DAX Konzerne, geführt. Wir haben reingehorcht, ob sie bereit für den radikalen Wandel sind, der ohnehin auf uns zukommen wird. Ob sie bereit sind, sich regulieren zu lassen, wenn man die kommenden Krisen-Szenarien offen anspricht.“ (https://pen.gg/de/campaign/klingelstreich)

Wenn Konzerne entscheiden

Ein Konzern (der Vorstand) entscheidet also zu helfen – oder eben nicht. Die einzukaufende Menge legt auch er allein fest. Wie die Masken – ein Sicherheitsprodukt immerhin – verteilt wird, legt ebenfalls der Konzern fest.

„Dem Staat helfe Siemens im Kampf gegen die Krise mit der Beschaffung von dringend benötigten Schutzmasken. Dazu nutze der Konzern sein weltweites Einkaufsnetz und habe zunächst drei Millionen Masken besorgt. „Eine Million brauchen wir selbst bei Siemens, eine Million bekommt Bayern, eine Million der Bund“, so Kaeser. Das Unternehmen habe zudem sein Netzwerk an 3D-Druckern für die Produktion von hochwertigem Schutzmaterial geöffnet.“ (Bergmann, Thomas 2020: Siemens-Chef Joe Kaeser: „Wir schaffen das gemeinsam!“, in: Der Aktionär v. 12.04.2020)

Wie würden wir das z.B. bei lebenswichtigen Medikamenten oder Beamtmungsgeräten sehen: Erstmal für das Unternehmen (die MitarbeiterInnen), dann für das Bundesland, dann relativ wenig, der Rest sozusagen, für den Bund, also für die meisten von uns? Wollen wir das so? (Wer will das so?) – Man mag einwenden: Das entscheidet doch nicht ein Konzern, sondern der Markt. Wirklich? Ich meine, wir sollten weder „dem Markt“ noch den Konzernen solche wichtigen Entscheidungen überlassen. Das zu ändern, ist nicht einfach, aber wichtig. Das galt schon vor der Corona-Pandemie,  die Notwendigkeit einer Änderung zeigt sich nur noch deutlicher.

#WasWirklichWichtigIst | #NachDerKriseNichtVergessen (während der Krise auch nicht)