Aufsatz kostenlos zum Download: Mord an Gewerkschaftsmitgliedern als Mittel des Arbeitskampfes? Der Fall Kolumbiens

Mehr als 3000 Gewerkschaftsmitglieder wurden in Kolumbien in den letzten vier Jahrzehnten ermordet. Rainer Dombois† und Jeannette Quintero Campos berichten in ihrem Aufsatz „Im Labyrinth der Gewalt. Gewerkschaften im kolumbianischen Bürgerkrieg“ über den Einsatz von physischer Gewalt als extremste Form des Arbeitskampfes. Der Aufsatz ist in der Zeitschrift „Industrielle Beziehungen“ erschienen und kostenlos zum Download erhältlich (wir danken ganz herzlich dem Verlag Barbara Budrich).

Lesen Sie hier das Abstract des Aufsatzes.

„In keinem Land der Erde sind in den letzten Jahrzehnten Gewerkschaften derart von physischer Gewalt getroffen worden wie in Kolumbien. Zwischen 1977 und 2015 wurden über 3000 Mitglieder ermordet. Größer noch ist die Zahl derer, die verschleppt, mit dem Tode bedroht, widerrechtlich verhaftet, vertrieben oder anderen Gewalttaten ausgesetzt wurden. Der Internationale Gewerkschaftsbund zählt Kolumbien zu den „World’s Worst Countries for Workers“. Der Beitrag behandelt die Frage, wie die enorme physische Gewalt, der Gewerkschaftsmitglieder in Kolumbien in den letzten Jahrzehnten ausgesetzt waren, mit dem Bürgerkrieg zusammenhängt. Wieweit lassen sich die Gewalttaten aus der Konfliktdynamik der kollektiven Arbeitsbeziehungen erklären? Oder rührt die Gewalt gegen Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter aus der Dynamik des übergreifenden, gewaltsam ausgetragenen gesellschaftlichen Konflikts?“
Literatur / Quellenangaben

Nachtrag am 6.9.2018: Auf LabourNet Germany findet man hervorragende Informationen über die Situation in Kolumbien: http://www.labournet.de/category/internationales/kolumbien/gewerkschaften-kolumbien/lebensgefahr/

„We Provoked Business Students to Unionize“ – a good example for critical teaching

If you want to know, what good critical teaching is, you should read this article. Body and mind, feeling and thinking are being connected in the classroom (https://criticalmotteaching.wordpress.com).

Abstract. „Many industrial relations (IR) scholars experience some angst at their (mis)placement in business schools. While our Abstract Many industrial relations (IR) scholars experience some angst at their (mis)placement in business schools. While our expertise broadens the curriculum, the topics central to IR and union?management matters often are met with student resistance, particularly in North America. At our wits? end, we decided to employ a deception simulation. We devised an award winning exercise that broke business students? psychological contract with their professor and gave them an opportunity to organize collectively to redress this injustice. Students observed first-hand the triggers of union organizing as well as their responses to inequity. Anonymous student feedback showed an overwhelmingly positive reception to the exercise. Ethical standards developed to scrutinize deception are used to review our own exercise according to our profession?s standards. Deception is rarely used in teaching and is often associated with malevolent, callous or selfish ends. We challenge this viewpoint. Its power is in generating relevant controversies and evoking emotions that help memory consolidation.“ (Taras/Steel 2007: 179)

„Aggressive Arbeitgeber: Jede sechste Betriebsratsgründung wird behindert“

„Aggressive Arbeitgeber: Jede sechste Betriebsratsgründung wird behindert“, so das Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Institut (WSI) in einer neuen Untersuchung.

Martin Behrens und Heiner Dribbusch haben im vergangenen Jahr „159 hauptamtliche Gewerkschafter der IG BCE, der IG Metall und der NGG zu ihren Erfahrungen mit der Durchführung von Betriebsratswahlen befragt. Mehr als die Hälfte der Befragten kannte Fälle, in denen Unternehmen versucht hatten, Betriebsratswahlen zu behindern. Besonders rau scheint es in der Nahrungs- und Genussmittelindustrie und dem Gastgewerbe zuzugehen: Dort hatten 76 Prozent der Hauptamtlichen Kenntnis von Störmanövern der Arbeitgeber. In der Metall- und Elektroindustrie sind es 53 Prozent, im Organisationsbereich der IG BCE 43 Prozent. Über ein Drittel der Gewerkschafter berichtet darüber hinaus von Versuchen, die Arbeit bereits gewählter Gremien zu erschweren. Bei der NGG beträgt der Anteil 48 Prozent, bei der IG BCE 37 Prozent und bei der IG Metall 31 Prozent.“

Wie das Repertoire der Arbeitgeberaktivitäten aussieht, zeigt die Grafik:

Kampfzone Betriebsratswahl

Wichtig ist daher „ein umfassender gesetzlicher Schutz vor Eingriffen des Managements ist. Hier wäre insbesondere wünschenswert, dass bereits bei der Vorbereitung von Betriebsratswahlen alle daran beteiligten Beschäftigten vom ersten Tag an vor Kündigungen geschützt werden, so Behrens und Dribbusch. Ebenso wichtig sei eine wirksame Sanktionierung von Verstößen.  Dazu sollten Schwerpunktstaatsanwaltschaften gebildet werden, die auf gesetzwidrige Eingriffe von Unternehmen in Betriebsratswahlen spezialisiert sind und diese auch verfolgen.“

(Quelle der Grafik und der Zitate: Böckler Impuls 17/2016)