Sprechstunden an der Universität – Ergänzungen zu einem Interview

In der Studierenden-Zeitschrift “ak[due]ll Studentische Monatszeitung für Duisburg, Essen und das Ruhrgebiet” ist ein Artikel (von Özgün Ozan Karabulut) über Sprechstunden erschienen (https://www.akduell.de/home/ratgeber-termine/sprechstunden-leicht-gemacht). Dazu habe ich ein Interview gegeben, dessen Antworten in dem Artikel verarbeitet worden sind.
Die an mich gerichteten Fragen und meine vollständigen, per Email kommunizierten Antworten finden Sie nun auch hier. Vielleicht sind meine Hinweise, die im Artikel nicht aufgegriffen wurden (was völlig in Ordnung ist), gleichwohl hilfreich – so z.B. der Literaturhinweis ganz am Ende.

Quelle: https://www.freepik.com

 

(F)rage (von Özgün Ozan Karabulut): Wozu dienen Sprechstunden, wieso existieren sie im universitären Kontext?
(A)ntwort (von Werner Nienhüser): Studierende haben inhaltliche und organisatorische Fragen. Inhaltliche Fragen sind etwa solche zur Klausurvorbereitung, zur Seminararbeit, Examensarbeit usw., auch zur Bewertung einer Prüfung etc. Organisatorische Fragen sind z.B. solche nach dem Aufbau des Studiums, nach Möglichkeiten eines Auslandstudiums, Anerkennungen von Prüfungsleistungen. Darauf haben Professor*innen (bzw. weiter gefasst die Lehrenden) Antworten. Und manchmal, sehr selten, kommt auch mal ein Studierender und ist wirklich an einem Diskussionspunkt aus der Vorlesung interessiert oder hat ein Buch gelesen und möchte einfach wissen, was ich dazu meine.

F: Zu welchen Anlässen sollten Studierende einen Sprechstundentermin vereinbaren?
A: Wenn sie Fragen der oben genannten Art haben.

F: Wie sollen sich Studierende auf die Sprechstunde vorbereiten?
A: Sie sollten möglichst klar zum Ausdruck bringen, was denn das Problem ist, das sie bedrückt. Zudem müssen sich auch die Lehrenden vorbereiten können. daher sollten z.B. bei einer Frage, wie man denn seine Examensarbeit aufbauen soll, dem / der Beratenden einige Tage vor der Besprechung ein Exposé und eine Gliederung zugesandt werden.

F: Welche Erwartungen haben Professor:innen und Dozierende an Studierende, die das Sprechstundenangebot nachfragen?
A: Siehe die Antwort auf die vorherige Frage.

F: Wie können Studierende dazu beitragen, dass die Sprechstunde erfolgreich verläuft?
A: Siehe die Antwort auf die vorherige Frage. Ergänzung. Anmeldung mit Benennung des Anliegens ist immer gut.

F: Was sollten Studierende in einer Sprechstunde unbedingt vermeiden?
A: Das zu unterlassen, was ich bei den letzten Fragen gesagt habe.

F: Wie läuft eine Sprechstunde im digitalen Semester ab, gibt es Unterschiede zur „regulären“ Sprechstunde?
A: Meine Sprechstunde findet im digitalen Semester per Videokonferenz statt. Vorher habe ich eine Präsenz-Sprechstunde gemacht.

F: Was raten Sie Studierenden, die sich nicht trauen oder unsicher sind, einen Termin zur Sprechstunde zu vereinbaren?
A: Ich würde raten, mit Mitstudierenden zu sprechen und zu fragen, wie es denn so war in der Sprechstunde bei der beratenden Person. Dann wird sich, so hoffe ich, herausstellen, dass man sich ruhig trauen kann. Zur Not könnte man einen Telefontermin vereinbaren. Aber sind es denn so viele Studierende, die sich nicht trauen? Und muss man sich nicht insgesamt im Leben immer mal wieder etwas trauen? Ich meine: Ja. Dann kann man schon mal an der Uni üben, indem man eine Sprechstunde aufsucht. Dann hat man wenigstens das für’s Berufsleben lernen können. – Nun, ich will das Problem nicht verharmlosen. Die psychologische Studienberatung kann bei zu starken, zu belastenden Unsicherheitsgefühlen sicher weiterhelfen. Und ich könnte mir auch vorstellen, dass die Lektüre folgenden Buches ein bisschen hilft: Wolf Wagner: Uni-Angst und Uni-Bluff.[1]Das Buch von Wolf Wagner kann man hier online einsehen. Das Buch ist alt, aber viele Probleme, die der Autor anspricht, sind nach wie vor aktuell.

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