Selbst- oder Fremdsteuerung? Eine neue empirische Untersuchung über Projektmanagement gibt Antworten

Projektorganisation und Projektmanagement haben eine große Bedeutung in der Betriebswirtschaftslehre. Man nimmt an, dass eine durch Projekte ergänzte Organisation eine höhere Flexibilität und Lernfähigkeit aufweist. Allerdings ist das Management von Projekten nicht trivial: Projekte mit wechselnden Aufgaben und wechselnden Mitarbeitern müssen immer wieder neu in bestehende, überdauernde Strukturen eingepasst werden und bedürfen der Steuerung.

Wie aber werden Projekte in der Praxis gesteuert; wie stellt man Arbeitsmotivation und Leistungsbereitschaft der Projektmitarbeiter sicher? Setzt man stärker auf direkte Kontrolle oder eher auf indirekte Steuerungsformen, wie z.B. Zielvereinbarungen mit Spielräumen für die Mitarbeitern bei der Wahl der Mittel?

Frau Christina Krins geht von einem interessanten Widerspruch aus. In der Projektmanagement-Literatur wird behauptet, es käme auf den Projektleiter an, auf seine „Persönlichkeit“. Unterschiedliche Steuerungsformen würden sich demnach aus den persönlichkeitsbedingten Verhaltensweisen des jeweiligen Projektleiters erklären lassen. Diese „eigenschaftstheoretische“ Hypothese steht im massiven Gegensatz zu der Annahme kontrolltheoretischer Ansätze, der zufolge die wesentliche Ursache für … Mehr lesen...

Was denken deutsche Ökonomen? – Empirische Befunde einer Befragung

„Was denken deutsche Ökonomen?“ Unter dieser Leitfrage stand eine Befragung von 2674 Mitgliedern des Vereins für Socialpolitik im Sommer 2006. 570 Mitglieder (rund 21%) antworteten. Ein Teil der Fragen war bereits 1981 gestellt worden, so dass ein Vergleich und ein Rückschluss auf Veränderungen möglich ist. So fiel 1981 die Zustimmung zur Neoklassik mit 46% deutlich zurückhaltender aus als 2006, hier stimmten 80% der Aussage zu, dass die neoklassische Theorie wichtig sei (zur Frageformulierung siehe die von mir – W.N. – erstellte Grafik; leider sind die Fragen von 1981 und 2006 im Wortlaut nicht ganz identisch).

folie1

(Für ein größeres Bild klicken Sie bitte auf die Abbildung.)

Frey/Humbert/Schneider meinen: „Die Ergebnisse nach der Relevanz der Neoklassik … deuten auf einen starken Vormarsch der Neoklassik hin“ (2007: 362). Die jüngeren (unter 35-jährigen) und die Professoren unter den Mitgliedern befürworten die Neoklassik besonders stark. Der Vormarsch der Neoklassik findet seinen Niederschlag auch in der … Mehr lesen...

Niedriglöhne in Deutschland – Befunde des IAQ

Hier finden Sie neue Befunde des Instituts Arbeit und Qualifikation (berichtet im IAQ-Report):

„Weitere Zunahme der Niedriglohnbeschäftigung: 2006 bereits rund 6,5 Millionen Beschäftigte betroffen (Thorsten Kalina / Claudia Weinkopf)

  • Unter allen abhängig Beschäftigten liegt der Anteil von Niedriglöhnen (unterhalb von zwei Dritteln des Medians) 2006 bei gut 22% – d.h. mehr als jede/r Fünfte ist gering bezahlt.
  • Gegenüber 1995 ist der Niedriglohnanteil in Deutschland damit um gut 43% gestiegen.
  • Der durchschnittliche Stundenlohn der Niedriglohnbeziehenden ist seit 2004 gesunken, während er in den Vorjahren gestiegen ist.
  • Überdurchschnittlich betroffen von Niedriglöhnen sind insbesondere Minijobber/innen, Jüngere, gering Qualifizierte, Ausländer/innen und Frauen.
  • Der Anteil von Beschäftigten mit abgeschlossener Berufsausbildung am Niedriglohnbereich ist von 58,6% (1995) auf 67,5% (2006) deutlich gestiegen.
  • Im internationalen Vergleich hat Deutschland inzwischen einen hohen Anteil von Niedriglöhnen und eine fast beispiellose Ausdifferenzierung des Lohnspektrums nach unten.“

    (Quelle: IAQ-Report)… Mehr lesen...