Management by Bücherverbrennungen

Die ideologische Naivität (oder Ignoranz) – oder besser: die Naivität und/oder Ignoranz gegenüber Ideologie – in Teilen der BWL trägt manchmal schon seltsame Blüten.

„In der Unternehmungskultur wurzelt das Verhalten der Mitarbeiter und Führungskräfte. Sie stellt einen Bezugspunkt dar, der den Beschäftigten Halt gibt. Erweist sich dieser Halt als bremsend, ist ein kultureller Wandel unausweichlich. Er beginnt mit einer Veränderung des Leitbilds. Auf den darin enthaltenen Werten aufbauend sind verbindliche Grundsätze der Führung und Zusammenarbeit zu entwickeln. Die Verankerung in den Köpfen geschieht in erster Linie über symbolisches Management. Beispielhaft kann CONTINENTAL AIRLINES genannt werden. Die im sogenannten „Du-sollst-nicht-Buch“ festgehaltenen Regelungen und Anweisungen lähmten die Eigeninitiative der Beschäftigten und verhinderten jegliches Entgegenkommen einem Kunden gegenüber. Im Rahmen eines Turnarounds wurden diese Bücher auf dem Firmengelände aufgehäuft und öffentlich verbrannt.“ (Krüger, W./Becker, L. (2001): Warum Restrukturierungen versanden, und wie Sie das vermeiden, Arbeitspapier Nr. 1/2001 des Lehrstuhls für Betriebswirtschaftslehre II,

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Neue Publikation über atypische Beschäftigung

Berndt Keller und Hartmut Seifert haben im Auftrag der Abteilung Wirtschafts- und Sozialpolitik der Friedrich-Ebert-Stiftung eine Expertise über die sozialen Risiken atypischer Beschäftigung erstellt.

Keller, B.; Seifert, H. (2011): Atypische Beschäftigung und soziale Risiken. Entwicklung, Strukturen, Regulierung. Bonn.

Diese Expertise, an der auch Susanne Schulz und Barbara Zimmer mtgearbeitet haben, ist hier zu erhalten: http://library.fes.de/pdf-files/wiso/08527.pdf. Eine Kurzfassung können Sie hier herunterladen: http://library.fes.de/pdf-files/wiso/08526.pdfMehr lesen...

Das bedeutet Wirtschaftswachtstum…

322 Tsd. Stellen mehr von 2009 auf 2010 (siehe Tabelle). Das ist ein Anstieg von 1,1%. Schlecht ist: Mehr als die Hälfte des Beschäftigungszuwachses (57%) entfällt auf Leiharbeit. Hier ist ein Anstieg von fast 33% zu verzeichnen. Nimmt man andere atypische Beschäftigungsformen hinzu, dann sind es sogar 75% der neu entstandenen Arbeitsplätze, bei denen die Beschäftigten keinen „normalen“ Arbeitsvertrag haben.

Beschäftigtengruppe Veränderung von 2009 auf 2010 absolut (in Tsd.) Veränderung von 2009 auf 2010 in Prozent
Beschäftigte insgesamt 322 1,1
Normalerwerbstätige 79 0,3
Befristet Beschäftigte 121 4,6
Teilzeitbeschäftigte 28 0,6
Geringfügig Beschäftigte -57 -2,2
Leiharbeitnehmer/-innen 182 32,5

(Quelle: Statistisches Bundesamt 2011 und eigene Berechnungen, siehe hier die Pressemiteilung mit der entsprechenden Tabelle, aus der die o.a. Zahlen stammen.

Siehe auch: Stellenzuwachs bei Leiharbeitern (bei Handelsblatt.com am 19.07.2011 veröffentlichtMehr lesen...