In vielen Lehrbüchern zum Themengebiet Personalmanagement wird ein Widerspruch trotz seiner Bedeutung für dieses Handlungsfeld ausgeblendet: Einerseits ist „Personal“ in den Unternehmen ein ökonomischer Faktor, der wie alle anderen Produktionsfaktoren nach Maßstäben der Kapitalverwertung betrachtet wird. Andererseits unterscheidet sich der „Faktor Arbeit“ von anderen grundlegend: Arbeit ist nicht vom Träger des Arbeitsvermögens ablösbar, „der Mensch“ mit seiner Unberechenbarkeit wird damit zum Problem, gleichzeitig zur Problemlösung. Menschen sind – anders als Maschinen – potenziell gleichermaßen widersinnig, kreativ und flexibel. Das Personalmanagement zielt auf die Balancierung dieses Widerspruchs, es bewegt sich in einem Feld, das durch Konflikt und Kooperation gleichermaßen charakterisiert ist: Es hat umzugehen mit der Widerständigkeit der Beschäftigten, mit ihren Interessen, die nicht immer denen des Managements entsprechen; dies ist Seite des Konfliktes. Es hat hat aber auch umzugehen mit der Aufrechterhaltung und Nutzung der Fähigkeiten, der Kreativitität und der Flexibilität; dies setzt Kooperation voraus.
Thomas Breisig entwickelt in seinem … Mehr lesen...
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Australischer Gastwissenschaftler am Lehrstuhl für Personalwirtschaft
Im November 2005 war Dr. Michael Barry, Griffith University, Brisbane als Gastwissenschaftler am Lehrstuhl für Personalwirtschaft tätig.
Michael Barry und Werner Nienhüser arbeiten gemeinsam an einem Forschungsprojekt „Employment relations and HRM in the airline industry“. Dabei wird in international vergleichenden Fallstudien vor allem der Bereich der low cost carriers („Billigflieger“) untersucht. In Essen wurden gemeinsam mit Michael Barry die ersten Interviews und Dokumentenanalysen für den Fall einer deutschen Fluggesellschaft durchgeführt.
Micheal Barry hielt zudem am 17.11. einen Vortrag zum Thema: „Australian Industrial Relations in a Time of Change“.… Mehr lesen...
Zwei neue Publikationen über Vertrauen erschienen (von Heiko Hoßfeld)
In der Reihe „Essener Beiträge zur Personalforschung“ sind zwei neue Arbeitspapiere erschienen, die sich mit dem Thema Vertrauen beschäftigen. Der erste Aufsatz beschäftigt sich mit den Möglichkeiten und Grenzen der Integration des Vertrauensphänomens in den ökonomischen Modellbau. Dabei wird zunächst beschrieben, welche Vertrauensursachen sich bereits unter den strengen Rationalitätsprämissen des Homo Oeconomicus erklären lassen. Danach wird analysiert, welche Möglichkeiten eine Implementation fremdbezogener Präferenzen in das Vertrauensmodell bietet.
Im zweiten Aufsatz geht es um eine präzisere Konzeptionalisierung des Vertrauensbegriffs, der in der Literatur häufig unpräzise und wenig einheitlich gebraucht wird. Auf Basis des rationalen Vertrauensbegriffs nach Coleman grenzt der Beitrag Vertrauen von ähnlichen Konstrukten ab und stellt eine Klassifikation von Vertrauensbasen auf.
- Hoßfeld, H. (2005): Die Erklärung von Vertrauen im ökonomischen Modellbau – zwischen Realitätsnähe und Komplexität, Essener Beiträge zur Personalforschung, Nr. 4, Essen
- Hoßfeld, H. (2005) Vertrauen – Eine Konzeptionalisierung auf Basis des rationalen Vertrauensbegriffs, Essener Beiträge zur Personalforschung, Nr.