Neue Publikation: “Corporate Social Responsibility in der Marktwirtschaft – ein erfahrungswissenschaftlich begründetes Konzept” (Heiko Hoßfeld/Ute Schmiel)

Wie kann und sollte Unternehmensverantwortung vor dem Hintergrund realer Marktbedingungen aussehen? Ein neuer Beitrag von Heiko Hoßfeld und Ute Schmiel versucht hierauf eine Antwort zu geben, indem das Primat der (positiven und negativen) Handlungsfreiheit der Existenz von Unsicherheit und Machtungleichgewichten in realen Märkten gegenübergestellt wird. (PDF hier, mit freundlicher Genehmigung des Rainer Hampp Verlags).

Abstract: “Der Beitrag skizziert ein erfahrungswissenschaftlich fundiertes Konzept der CSR. Dabei fragen wir zunächst danach, wie Unternehmen handeln sollen und kommen zu dem Ergebnis, dass sie unter den Bedingungen einer Marktwirtschaft die Handlungsfreiheit anderer Wirtschaftssubjekte wahren sollen. In einem nächsten Schritt thematisieren wir, ob – und wie – ein solches Verstaendnis von CSR unter den Prämissen der Resource-Dependence-Theorie realisierbar ist.”

Quelle: Hoßfeld, H; Schmiel, U. (2015): Corporate Social Responsibility in der Marktwirtschaft – ein erfahrungswissenschaftlich begründetes Konzept. In: Zeitschrift für Wirtschafts- und Unternehmensethik (zfwu), 2015, 16, 3, S.313-338.

Neue Veröffentlichung: „Geld, Macht, Sinn. Wie Banken ihre Entscheidungen sprachlich legitimieren“ (von Heiko Hoßfeld)

Unternehmen nutzen massiv die ihnen zur Verfügung stehenden Kommunikationsmedien dazu, ihre Entscheidungen vor den unterschiedlichen Anspruchsgruppen zu legitimieren. Dies gilt insbesondere für (potenziell) anstößige Praktiken wie Downsizing, d.h. massive Kostensenkungen mit erheblichem Personalbbau. Zu diesem Ergebnis kommt ein neuer Aufsatz von Heiko Hoßfeld, in dem die Sprache zweier Großbanken während (und nach) massiven Downsizingmaßnahmen analysiert wird.

Sprachlich dominiert bei den Legitimationsversuchen der Unternehmen die Anknüpfung an den allgemeinen Diskurs der ökonomischen Rationalität, in den die Downsizingmaßnahme mit verschiedenen argumentativen Mitteln eingebettet wird: Entweder wird hier einseitig auf die hiermit verheißenen ökonomischen Kennziffern abgestellt oder verschiedene ökonomische Zwänge herangezogen, die ein alternatives Handeln angeblich unmöglich machen. Dabei werden alternative Aspekte und Denkweisen mittels einer fortwährenden argumentativen “Beschallung” mit den immer gleichen Argumentationsmustern ausgeblendet. Auf diese Weise werden die hauseigenen Medien der Massenkommunikation dazu eingesetzt, die Interpretationshegemonie bzw. Definitionsherrschaft zu erlangen und zu bewahren: Ausschließlich legitimationsförderliche Aspekte und Argumentationen werden in großer Zahl kommuniziert, eine kritische Diskussionskultur hingegen wird systematisch verhindert. Alternative Sinnstiftungen – hierzu gehören etwa auch Alternativen zum Personalabbau – werden in den Medien ebenso ausgeblendet wie kritische Sinnstifter: So kommen etwa Betriebsräte selbst nicht zu Wort, sondern ihre Zustimmung wird in Form von Autoritätsargumentationen lediglich implizit unterstellt. Da heißt es etwa:

“Führungskräfte und Betriebsräte waren sich einig, dass es ihre Aufgabe sei, den Kultur- und Strukturwandel gemeinsam zu gestalten”.

Die Bezugnahme auf Autoritäten in Verbindung mit begrifflicher Verschleierung – Kultur- und Strukturwandel statt Personalabbau – ist ein funktionales Mittel der (Re-)Produktion von Ideologien.

Quelle: Hoßfeld, Heiko: Geld, Macht, Sinn. Wie Banken ihre Entscheidungen sprachlich legitimieren. In: Osnabrücker Beiträge zur Sprachtheorie, 2012, 81 (Sonderband: Sprache und Geld. Beiträge zur Pekunialinguistik). [abstract]